5 Tipps für mehr Disziplin im Team

Um mit Deinem Team fußballerisch arbeiten zu können, ist Disziplin eine Grundvoraussetzung. Ich habe hier die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Grundregel:

Stelle klare Regeln auf und präsentiere Dich jederzeit selbstbewusst und präsent. Es hängt vor allem von Deinem Auftreten ab, ob Dich die Jungs respektieren oder nicht.

„Der harte Hund“

Ganz wichtig ist es, dass Du Dir bevor Du eine Mannschaft übernimmst, überlegst, wie Du beim ersten Training auftrittst. Wer bereits seit langem Jugendteams trainiert und auf diesem Gebiet eine gewissen Erfahrung aufweisen kann, der weiß, wie er vor das Team tritt. Falls Du Dir aber noch unsicher bist, habe ich einen Tipp für Dich. Präsentiere Dich in den ersten Trainingseinheiten als „harter Hund“, sei also strenger, als Du es eigentlich bist und auch sein möchtest. Verstößt jemand gegen Deine Regeln, so reagiere eher härter, als Du es normalerweise tust oder tun möchtest. In den ersten Trainingseinheiten musst Du dem Team klarmachen, dass sich jeder an Deine Regeln zu halten hat, und Du keinerlei Verstöße duldest. Auch wenn es manchmal hart ist, sich den Jungs gegenüber überstreng zu verhalten, so wird es Dir später helfen. Hast Du nämlich einmal klargemacht, was bei Dir läuft und was nicht, so werden Dir die Spieler auch dann nicht auf der Nase rumtanzen, wenn Du etwas lockerer wirst. Sie werden Dich sogar im Gegenteil als Menschen schätzen, der unerwartet ja doch eine herzliche und freundschaftliche Seite hat.

Beginnst Du aber mit dem typischen Fehler von Referendaren in der Schule und stellst Dich als Freund und Kumpel der Kinder vor, so werden sie sofort Deine Grenzen austesten. Setzt Du dem keine klaren Grenzen, so tanzen Dir die Kinder auf der Nase rum. Wenn Du dann versuchst, Disziplin in den Haufen zu bringen, haben die Kleinen das Gefühl, Du würdest sie nicht mögen und wirst deshalb ernsthafter und unter Umständen sauer.

„Paradoxe Intervention“

Der Begriff „Paradoxe Intervention“ stammt aus der Psychotherapie und Psychologie. In diesem Fall geht es darum, vollkommen anders zu reagieren als der Gegenüber es erwarten würde. Durch den Nichteintritt der erwarteten Reaktion verliert der Gegenüber seine souveränes Auftreten, und muss aus seinem geplanten Verhaltensmuster ausbrechen.  Was heißt das konkret für Dich als Trainer?

Stört ein Spieler beispielsweise Deine Übung oder Erklärung, bestrafe ihn nicht, sondern übergib ihm die Leitung der Übung für einige Minuten. Wichtig ist, dass er es wirklich machen muss, er kann sich da also nicht wieder rausreden. Die meisten Spieler werden bei einer solchen Aufforderung meist sehr ruhig und verlegen, und Du hast Dein Ziel erreicht. Die schadenfrohen Blicke seiner Mitspieler werden ein Übriges tun. Sei aber immer positiv und lobe ihn, wenn er die Übung gut geleitet hat. Er wird Dich nachdem Du ihm die Grenzen aufgezeigt hast noch dafür schätzen, dass Du trotz seines diziplinarischen Verstoßes warme Worte für ihn hast.

Kreative Strafen

Sanktionen sind manchmal nötig, die Stimmung in Deiner Mannschaft wird trotzdem besser sein, wenn die Sanktionen für Diziplinverstöße kreativ sind. Kommt beispielsweise einen Spieler zu spät zum Treffpunkt, lass ihn ein Video von seinem Weg zum Training machen, in dem er begründet, warum er es nicht schafft, pünktlich am Platz zu sein. Der Aufwand des Videodrehs mit seinem Handy und das Gelächter der Mitspieler, wenn ihr das Video in der Kabine vorführt, werden ihn dazu bringen, das nächste Mal pünktlich zu sein und heben zusätzlich die Stimmung im Team.

Hintergründe erkennen

Oftmals hat ein Spieler bestimmte private Gründe für fehlende Disziplin im Training. Versuch im Gespräch mit dem Spieler und später den Eltern, diese Gründe zu erfahren. Auch wenn dauerhafte Regelverstöße nicht akzeptabel sind, ist es für Deine Arbeit wichtig, zu wissen, welche Hintergründe ein bestimmtes Verhalten haben kann, um den richtigen Umgang mit dem Spieler und seiner (fehlenden) Disziplin zu finden.

Welchen Stellenwert hat Disziplin in Deinem Training?

Sind Deine Jungs diszipliniert? Welche Mittel nutzt Du, um Disziplin in Dein Team zu bekommen? Schreib einen Kommentar.

1 Kommentar

  1. Rainer

    Hi David,

    danke für diesen Artikel.

    Ich stimme dir als Grundregel zu, dass (Grund-)Regeln eine Voraussetzung dafür sind, um die Rahmenbedingungen für das gemeinsame Miteinader im Training & Spiel festzulegen.

    Der Begriff der ,,Paradoxen Interventionen“ ist mir ebenfalls ein Begriff. Hierbei muss man schon ein besonderes Feingefühl für die Situation beweisen. Ich persönlich muss jedoch gestehen, dass ich mit dieser Interventionsmaßnahme meine Probleme habe, da sich der jeweilige Spieler/Spielerin möglicherweise bloßgestellt und überfordert fühlt. Das kann zu extrem “falschen“ Emotionen (z. B. Frustration, Unverständnis) führen – speziell im Nachwuchsbereich.

    Sofern ein Spieler eine Übung stört, würde ich entweder eine “stille Unterbrechung“ befürworten, um die Aufmerksamkeit wieder auf die Übung und meine Trainerperson zu lenken oder ich gehe auf den Spieler zu und suche ein kurzes aber “knackiges“ Einzelgespräch, sodass die Übung in kurzer Zeit wieder aufgenommen werden kann. Aber auch das ist sicherlich alles Geschmacks- und Trainersache.

    Letztendlich finde ich, muss man einfach verschiedene Interventionen zu verschiedenen Situationen im Trainerrucksack haben.

    Die Idee hinsichtlich der kreativen Strafen finde ich ziemlich cool. Das werde ich mir mal merken 😉

    Beste Grüße

    Rainer

    Antworten

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