Aufwärmen – Ab wann und wie?

Muss ich mein Team vor dem Spiel aufwärmen? Wenn ja, wie und wie lange? Muss ich schießen lassen oder reicht laufen? Wir klären alle Fragen zum Thema Aufwärmen.

Ab welchem Alter?

Einige Trainer sind immer noch dabei zu beobachten, wie sie ihre F-Jugend vor einem Spiel Runden oder Bahnen laufen lassen. Macht das Sinn? Nein!

Grundsätzlich gilt: Je jünger, desto weniger Aufwärmen ist nötig. Bei den G- bis E-Jugend hat das Aufwärmen so gut wie gar keinen medizinisch-sportwissenschaftlichen Hintergrund. Kinder im Alter bis 10 Jahren bewegen sich den ganzen Tag und haben so dynamische Muskeln, dass der Körper quasi sofort spielbereit ist. Das heißt aber nicht, dass man ohne Aufwärmen ins Spiel geht. Der Fokus liegt hier nämlich auf der mentalen Vorbereitung auf das Spiel. Denn immer wieder gleiche Rituale und Übungen machen dem Spieler auch unterbewusst klar, dass gleich ein wichtiges Event, ein Spiel bevorsteht. Hier dient das Aufwärmprogramm dazu, die Konzentration zu steigern.

Wann?

Aufwärmen sollt fest in den Zeitplan vor dem Spiel eingeplant werden. Das Aufwärmen hat hier seinen Platz nach der Taktikbesprechung und dem Umziehen in der Kabine und vor der letzten motivierenden Ansprache vor Anpfiff. Idealerweise haben die Spieler, zumindest ab der C-Jugend, ein eigenes Aufwärmshirt, was nachher durch das frische Trikot ersetzt wird, sodass kein Spieler mit verschwitztem Shirt ins Spiel startet.

Fußballtraining Aufwärmen

Wie?

Das Aufwärmen sollte insgesamt zwischen 10 und 30 Minuten dauern, aufsteigend je nach Altersklasse. Ab der C-Jugend startet man am besten mit einer kurzen Laufschule und aktivem Dehnen, um Verletzungen vorzubeugen. Darunter kann man die Laufschule getrost weglassen und sofort mit einer kognitiven Passübung beginnen. Hier soll sich der Spieler an den Ball gewöhnen und psychisch aufmerksam werden. Darauf folgt eine kurze Spielform auf kleinem Feld, erst auf Ballbesitz und danach auf Hütchentore oder besser noch Dribbeltore. Hierbei verlieren die Spieler die Berührungshemmungen, die vor einem Spiel vorhanden sein könnten.

Torschuss beim Aufwärmen?

Ob das Aufwärmprogramm eine Torschussübung beinhalten sollte oder nicht ist Ansichtssache. Grundsätzlich hat der Torschuss quasi keine medizinisch-positive Auswirkungen, eher im Gegenteil, da die schnellen Schussbewegungen Zerrungen hervorrufen können. Wenn die Mannschaft aber schon gut aufgewärmt ist, kann eine Torschussübung für einen Motivationsschub sorgen.

Dein Aufwärmen

Wie sieht Dein Aufwärmprogramm aus? Hast Du spezielle Übungen, die Du empfehlen möchtest? Bist Du mit der dargestellten Art des Aufwärmens einverstanden oder hast Du eine andere Meinung zu dem Thema? Schreib einen Kommentar und teil mir Deine Meinung mit.

 

2 Kommentare

  1. Steffen Reichel

    Ich kann nur für Torleute sprechen, also ist es individuelles Aufwärmen.
    Leider ist es im Fußball so, dass der Torhüter wenig bis gar nicht korrekt aufgewärmt wird und letztendlich die Torschussübung quasi alles ist, was der Torwart am Ende bekommt, was nicht mal Spielnahe ist.

    In der F bis E Jugend haben wir daher nochmals die Techniken abgerufen, Fläche Bälle vor die Füße, links u d rechts neben den Torwart oder dann Bälle für den Umarmungsgriff.
    Aufgrund der fehlenden Raumorientierungsfähigkeit kommen Flanken nicht vor, dies wird im Training abgebildet und wenn hier Fortschritte erzielt werden, wird es nach und nach zum Aufwärmen hinzu gefügt.

    Da in der älteren C Jugend und B Jugend der Torhüter seine technische Schule abgeschlossen hat, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, beginnt daher das Aufwärmen hier mit einer Laufschule, gern mithilfe der Koordinationsleiter.
    Sie steigert den Fokus auf die Bewegung und verhindert Belastungen im Spitzenbereich, gefolgt von leichten Passübungen, also Ballan- und Mitnahme aus der Bewegung, sowie das Zurückspielen der Bälle als lockere Pässe oder auch leichte Flugbälle.
    Danach wird gedehnt. Da der Torhüter seine Beweglichkeit wie kaum ein anderer Spieler braucht, ist dies vor dem Spiel auch wichtig, allerdings darf die Dehnung nicht zu lange gehalten werden.
    Nach kleinen Beweglichkeitsübungen geht es nun an die Techniken der Torzielverteidigung. Dabei werden zunächst immer leichte Schüsse benutzt, die mit Dauer schärfer und damit belastender werden.
    Dabei beginnen wir, und das wir ist gemeint, dass es vom Wunsch des Torhüters abhängig ist, mit Bällen auf Kopf und Schulterhöhe, dabei erfolgen auch mal Bälle über Kopf, aber immer in der Reichweite.
    Aus der Grundstellung muss der Torhüter diese Bälle im Korbgriff fassen und sichern, wobei von leichten zu schärfen Schüssen Eingangsdaten Übergang erfolgt.
    Ebenso verändert sich die Höhe, so dass dann leichte Schüsse auf Hüft, bzw. Kniehöhe im Umarmungsgriff zu sichern sind, wobei dann auch scharfe Schüsse so zu sichern sind.
    Nun kommen Fläche Schüsse vor die Füße für den tiefen Umarmungsgriff, auch hier leicht nach scharf, dabei werden die Schüsse von zentral auch leicht nach links und rechts variiert, damit der Torwart nach vorn in den Ball arbeiten muss
    Jetzt kommen flache Bälle seitlich, dabei zunächst zum einfachen Kippen, dann zum Abdruck in die Torecke, mit einfachem und bewegtem Auftakt, von leicht bis scharf geschossen. So wird der Bodenkontakt hergestellt und verinnerlicht, das Bewegungsmuster spielintensiv abgerufen. nu. Geht es wieder rauf, halbhohe Bälle zum Fangen neben dem Körper im Kippen, leicht bis scharf. Dann Bälle zum Hechten, da diese Bewegung selten benötigt wird, reichen hier drei bis fünf geworfene Bälle, wobei wir ein zwei Bälle zum Übergreifen aus dem dynamischen Auftakt zu. Abschluss haben.
    Nun folgt eine kleine Trinkpause, dann kommen Flanken, geworfen und geschossen, wobei der Torwart ggf. Feldspieler im Raum mit Abwürfen und Abschlägen anspielen soll. Auch können Gegenspieler im Raum den Weg zur Flanke erschweren.
    Zum Schluss kommen noch Formen um Ballangriff und der Blockstellung im Eins gegen Eins, sowie zwei drei Bodenabstösse…
    Dann geht der Torhüter in die Umkleide, zieht sich für seine eigenen fünf Minuten Ruhe zur Spielvorbereitung zurück, zieht sich dabei das Spieldress an…
    Dann kommt die Schlussansprache, ggf. Passkontrolle und dann geht es raus…

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  2. Niedermeier David

    Hallo Leute
    Das Aufwärmen kann für jedes Alter aktiv mit Ball in einer Passübung gestartet werden. Entscheidend ist dabei das die Intensität bei den älteren Spielern niedrig bleibt. Somit haben wir eine weitere kleine Trainingseinheit vor dem Spiel in Sachen Technik. Im professionellen Bereich macht es aber sicherlich Sinn eine Laufschule zu absolvieren.
    Ab der C Jugend sollte nach der Passübung stets ein Andehnen stattfinden. Wenn Ihr coole Passübungen für Euer Aufwärmen sucht, findet Ihr über 80 Passübungen auf http://www.mfsfussballtraining.tv
    Viele Grüße
    Euer MFS Team

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